Öhlins Technik Infos -Motorrad


Öhlins Technik Infos -Motorrad
 


Ein Motorrad Fahrwerk abstimmen
Alle hochwertigen ÖHLINS-Produkte sind auf den jeweiligen Motorrad-genau abgestimmt. Das heißt, die Länge, Hub, Federrate und Dämpfungseigenschaften sind individuell getestet worden für jenes Motorrad, in das Sie einen ÖHLINS-Stoßdämpfer einbauen möchten. Im Bedienungsheft unter dem Abschnitt „Stoßdämpfer für Straße und Rennstrecke“ lesen Sie eine Einbauanleitung.
HINWEIS:
ÖHLINS Racing AB kann nicht verantwortlich gemacht werden für Schäden am Federbein, Fahrzeug, oder Verletzungen von Personen, falls die Angaben in der Bedienungs- und Einbauanleitung nicht befolgt werden. Genauso geht jegliche Garantie verloren, wenn die Angaben nicht befolgt und eingehalten werden.
Warnung !
1. Ein Stoßdämpfer zu installieren, der nicht vom Hersteller freigegeben ist, könnte eventuell die Stabilität Ihres Fahrzeuges negativ beeinflussen. ÖHLINS Racing AB kann nicht verantwortlich gemacht werden für jegliche Schäden, die nach dem Einbau des Stoßdämpfers aufgetreten sind.
2. Bitte lesen Sie die Einbauanleitung ganz genau und stellen Sie sicher, dass Sie alles verstanden haben, bevor Sie am Federbein hantieren. Bei Fragen betreffend des Einbaus wenden Sie sich bitte an einen autorisierten ÖHLINS-Händler oder andere qualifizierte Personen.
3. Sie müssen genau laut Bedienungsanleitung vorgehen, wenn Sie einen ÖHLINS-Stoßdämpfer einbauen.

Einstellung des Fahrwerks
Straßenlage des Motorrades
Jedes Motorrad wird mit einer bestimmten Fahrwerksgeometrie konstruiert, wobei u.a. die Höhe und der Gabelwinkel eine Rolle spielt. Durch den Austausch einzelner Komponenten können diese Werte beeinflusst werden. Daher ist drauf zu achten, dass die Front und das Heck zusammenpassen.
Der Wechsel zu ÖHLINS-Komponenten bringt nur ein optimales Resultat, wenn die vordere Gabel und die hintere Federung gut zusammenarbeiten. Es ist sehr wichtig, dass die Fahrhöhe, beladen vorne und hinten in einem bestimmten Bereich liegen.

Konstruktion
Alle ÖHLINS-Stoßdämpfer sind unter Druck geprüft. Das Öl wird von einem Gas unter Druck gesetzt. Gas und Öl sind durch einen schwimmenden Kolben getrennt. Der Trennkolben sitzt meistens in einem externen Ausgleichsbehälter, der entweder durch einen Schlauch verbunden ist oder direkt am Federbein sitzt ( Huckepack). Es gibt auch Ausführungen, bei denen der Ausgleichsraum und Trennkolben im Hauptgehäuse integriert sind. Nur sehr wenige Dämpfer arbeiten als Emulsionstyp ohne Trennkolben. Als Gas wird Stickstoff verwendet. Der Druck verhindert Kavitation, wodurch ein konstantes Dämpfungsverhalten erreicht wird.
Die externen Ausgleichsbehälter bringen bessere Kühlung des Öls, wodurch die Funktion und Lebensdauer verlängert wird. ÖHLINS Stoßdämpfer haben einen integrierten Temperatur-Ausgleich. Sobald durch Erwärmung das Öl dünnflüssiger wird, regelt der Dämpfer selbsttätig nach, um die Dämpfung konstant zu halten. Dadurch ist die Wirkung unabhängig von der Temperatur.
Die aufwändigeren Dämpfer bieten einstellbare Druck- und Zugstufendämpfung und manche auch eine einstellbare Länge. ÖHLINS-Dämpfer bieten diese Einstellmöglichkeiten zur Anpassung an unterschiedliche Fahrer und Einsatzbereiche. Alle Dämpfer sind in der Federvorspannung einstellbar, entweder mechanisch oder hydraulisch.

Funktion
Das Öl strömt bei niedriger Dämpfergeschwindigkeit durch Nadelventile (Bild 3) und durch eine Anzahl von Öffnungen im Kolben (Bild 4) bei höherer Dämpfergeschwindigkeit. Der Ölfluss wird bei diesen Öffnungen durch die Shims (dünne Stahlscheiben) kontrolliert, welche bei höherem Druck leicht aufgebogen werden, um Ölfluss zu ermöglichen. An den meisten Modellen kann der freie Durchfluß an den Nadelventilen individuell eingestellt werden.
Durch Vergrößern des Dämpferpaketes (Anzahl, Dicke oder Durchmesser der Scheiben) kann die Charakteristik der Dämpfung verändert werden. Das sollte aber nur durch geschultes ÖHLINS-Servicepersonal gemacht werden.

Druckstufen-Dämpfung
Wenn das Motorrad langsam einfedert, fließt das Öl zuerst durch das Nadelventil (kombiniertes Zug-Druckstufenventil) in der Kolbenstange. Wenn das Motorrad schnell einfedert, reicht dieser Ölfluss nicht mehr aus und die Shims an der Unterseite des Kolbens öffnen sich, um einen größeren Ölfluss zu ermöglichen. (Bild 6)

Zugstufen-Dämpfung
Wenn die Feder den Dämpfer wieder auseinanderzieht, fließt das Öl durch das Nadelventil in der Kolbenstange zurück. Das in den Ausgleichbehälter gedrückte Öl wird durch den Gasdruck über ein separates Einwegventil in das Hauptgehäuse zurückgedrückt.
Bei schnellerem Ausfedern öffnen sich die Shims an der Oberseite des Dämpferkolbens und ermöglichen größeren Ölfluss. (Bild 6)

Grundeinstellungen
Gehen Sie immer von der von ÖHLINS angegebenen Grundeinstellung aus. Diese ist für Ihr Motorrad (im Originalzustand) getestet mit einem durchschnittlichen Fahrergewicht.

Federvorspannung
Die Vorspannung der Feder ist sehr wichtig, da sie die Fahrzeughöhe und den Gabelwinkel verändert. Das Handling kann sich hierdurch verändern.


Alles muß harmonieren
Im Katalog finden Sie ÖHLINS-Gabelfedern, die auf das jeweilige ÖHLINS-Federbein Ihrer Maschine abgestimmt sind.
Falls im Katalog keine Gabelfedern aufgeführt sind, sind die Originalfedern die richtige Wahl.
Nicht passende Gabelfedern führen zu einem zu steilen oder zu flachen Gabelwinkel. Das bringt eine Tendenz zum Unter- oder Übersteuern, wodurch das Handling negativ beeinflusst wird.

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