Motorrad Motortechnik

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Beim Einbauen/Verbauen von umgeschiffenen Nockenwellen oder neuen Sportnockenwellen
beachten Sie bitte dringend folgende Hinweise:

 


1.
Überprüfen Sie zusätzlich den Platz zwischen Kolben und Ventilen im Überschneidungs-OT, d.h., im Einlassbereich bei 10-12 Grad nach OT sowie im Auslassbereich bei 10-12 Grad vor OT. Mindestabstand bei den gängigen 900 - 1100 ccm Vierzylindermotoren: Einlaß 1,00 mm, Auslaß 1,60 mm

Wenn Sie die absolut notwendigen Sicherheitsabstände nicht erreichen, setzen Sie die Ventiltaschen entweder entsprechend tiefer oder stellen Sie die Steuerzeiten so ein, daß die Ventile entsprechend weniger Aushub im OT haben (größere Spreizung!)
Nehmen Sie diese Überprüfung an allen Kolben vor, da immer Ungenauigkeiten auftreten, z.B. durch die wenig präzise Oberfläche von Gusskolben.

2.           
Überprüfen Sie den Platz zwischen Kolben und Ventilen im oberen Totpunkt.  Mindestabstand: Einlass 1,2 mm, Auslass 1,8 mm.

3.           
Überprüfen Sie den Platz zwischen den Tellern der gegenüberliegenden Aus- und Einlassventilteller im oberen Totpunkt,  wenn Einlass- wie Auslassventile geöffnet sind.  Falls notwendig, setzen Sie die Ventilsitze entsprechend tiefer (Mindestabstand bei gängigen 900 - 1100 ccm Motoren: 1,5 mm).

4.           
Überprüfen Sie den Platz zwischen den Ventilfedertellern und Ölabstreifern bei maximalem Ventilhub.  Falls notwendig, kürzen Sie die Ventilführungen oder ersetzen Sie diese durch geeignete Führungen oder/und arbeiten Sie mit speziellen Ventiltellern.

5.           
Überprüfen Sie die Ventilfedern bei maximalem Ventilhub.  Der Abstand, bevor die Federwindungen auf Block gehen, sollte mindestens 0,85 mm sein.

6.           
Beachten Sie, dass die einzelnen Nocken der verbauten Nockenwellen (mit den neuen Profilen) wie auch  Schlepphebel oder Tassenstößel den notwendigen Freigang im Zylinderkopf wie auch in der Zylinderkopfhaube haben müssen.

7.           
Bei Motoren mit Schlepphebeln müssen neue oder nachpolierte Schlepp-hebel verwendet werden.  Geben Sie von der beigelegten Molybdän-Paste reichlich auf Nocken sowie Tassenstößel bzw. Schlepphebel.

8.                  
Sorgen Sie dringend dafür, dass  bei Vergasermotoren die Schwimmerkammern der  Vergaseranlage gefüllt sind, bevor Sie einen Startvorgang einleiten. Der  Motor sollte sofort anlaufen und auch sofort auf Drehzahlen über 2 000 U/min. gehalten werden, damit speziell die Nockenschmierung sichergestellt ist.

9.           
Wichtige, zusätzliche Anmerkungen zu Motoren mit Schlepphebeln (z.B. Suzuki GSXR 750/1100 -ohne die W-Modelle, Kawasaki ZX-10, ZZR 1100 etc.)
Bei diesen Motoren tritt nur dann ein höherer und absolut unnötiger  Verschleiß im Bereich der Nocken und Schlepphebel auf, wenn diese  Motoren nach dem Kaltstart im Leerlauf  (mit oder ohne Choke) vor sich hinbrabbeln, der Fahrer derweil sich gemütlich fertig anzieht, noch quatscht oder es fälschlicherweise dahingehend „gut meint“, dass der Motor erst im Leerlauf angewärmt werden soll!

Dieses Vorgehen ist für den Nocken- und Schlepphebelbereich  derartiger  Motoren extrem schädlich, da die Schmierung im Kaltzustand und bei Leerlaufdrehzahl in diesen kritischen Bereichen nicht zufriedenstellend funktioniert.

ALSO:  
Fertig anziehen und sofort nach dem Starten des Motors wegfahren und die Drehzahl -bis das Motorenöl warmgefahren ist- möglichst nicht unter 2.000 U/min. fallen lassen!
Ironischerweise haben die sogenannten „Heizer“  bei den Motoren ihrer Maschinen in der Regel keine Nockenwellen- und Schlepphebelprobleme!


Dies sind erstgemeinte Hinweise!
Denken Sie darüber nach und nehmen Sie die Anmerkungen erst!